Filmkritik: BATTLESHIP (USA 2012)

zweistern

INHALT

Kaum ein Offizier hat je in der US-Navy derart schnell Karriere gemacht wie Alex Hopper. Aber dann begeht er einen Fehler, der ihn die Laufbahn kosten könnte: Er verliebt sich ausgerechnet in Sam, die Tochter seines Admirals. Ein Problem, bei dem ihm auch sein älterer Bruder Stone, Kommandeur der USS Samson, nicht helfen kann. Alex bleibt allerdings wenig Zeit, über sein Schicksal nachzugrübeln, denn bei einem internationalen Seemanöver im Pazifik gerät seine Einheit in eine Situation, auf die sie auch die beste Militärschule nicht vorbereiten konnte: Mitten auf dem Ozean wird die Flotte von den gigantischen Kampfmaschinen einer außerirdischen Macht angegriffen.

REVIEW

Von Kriegsschiffen, Weltraumschiffen und Heroismus.

PRINCE OF PERSIA, SILENT HILL, MAX PAYNE,TOMB RAIDER und RESIDENT EVIL haben eines gemeinsam. Sie alle sind Computerspiel-Verfilmungen, die sich im Gegensatz zu Totalfehlschlägen wie Uwe Bolls FAR CRY eine spannende Geschichte und charismatische Charaktere zugelegt haben, um auf der großen Leinwand zu punkten. Nachdem es in Hollywood boomt Kinderspiel-Figuren, alte Serien, Comics und sogar Vergnügungspark-Attraktionen zu verfilmen, gelang dieser Prozess nun schon vor längerer Zeit an jenem Punkt an, bei dem der Markenname des Film-Projekts nichts weiter ist als ein Markenname, dessen darunter liegender Inhalt in jede beliebige Richtung gehen könnte. Und dann wird es doch bloß ein austauschbarer Blockbuster. Ein gutes Beispiel dafür ist BATTLESHIP – basierend auf dem gleichnamigen Spiel von Hasbro, bei uns besser bekannt als „Schiffchen versenken“.

BATTLESHIP hätte alles werden können. Ein Kriegs-Drama, knallharte Ab18-Action, Sci-Fi-Horror und so weiter. Vermutlich alles außer ein Western. Einigen taten sich die beiden Schreiber Jon und Erich Hoeber (verantwortlich für die fantastische Action-Komödie R.E.D. – ÄLTER. HÄRTER. BESSER.) dann schließlich für ein bisschen von allem, aber von jedem zu wenig. Sie konnten sich wohl nicht so recht entscheiden, in welche Richtung sich der Film entwickeln wird und schrieben ihn ganz im Stil des Genres „Blockbuster“ – mal etwas witzig, mal etwas dramatisch und vor allem voll von heroischer Action, inklusive außerirdischer und hochentwickelter Aliens. Obwohl das Drehbuch und die Charaktere einiges an Spritzigkeit und Unterhaltungswert zu bieten haben, begeht Regisseur Peter Berg den selben Fehler wie schon der Film TRANSFORMERS – DIE RACHE: die Glorifizierung der amerikanischen Streitkräfte. Alle Soldaten sind heldenhaft, gehen ohne nachzudenken in den Tod, versuchen die Welt zu retten und haben ein tiefen Glauben an ihre Waffen. Verstand ist nur ab und an gefragt, beschränkt sich aber zumeist auf die „nerdigen“ Wissenschaftler, welche den Part der Selbstironisierung übernehmen hätten sollen. Ging aber schief und wird von einem undurchdringlichen Heroismus verschluckt.

Neben zahlreichen Minuspunkten wie der uninspirierten Geschichte, der vorhersehbaren Charakterentwicklung, der zurückhaltenden Actionszenen, dem amerikanischen Nationalstolz und der Alien-Darstellung, die – ganz im Sinne von WORLD INVASION: BATTLE LOS ANGELES – die Außerirdischen nur als einen weiteren, beliebigen amerikanischen Feind abtut, gibt es auch einige Pluspunkte zu erwähnen: Die bahnbrechenden Kettensägen-Kugel-Geheimwaffen der Aliens sind wahre Schiffchen Versenker. Ebenso sind ihre Raumfahrtzeuge gleichzeitig U-Boote und Kampfschiffe. Doch der Cast ist das wahre Ass des Films. Taylor Kitsch mimt, wie schon in JOHN CARTER, den unwissenden Helden mit erstaunlicher Souveränität und Liebenswürdigkeit. Mit Liam Neeson als angehenden Schwiegervater Admiral Shane hat er es da wahrlich nicht leicht, sich die großbusige und blondhaarige Samantha (Brooklyn Decker) zur Frau zu nehmen. Natürlich muss er sich dafür zuerst als frisch gebackener Captain gegen eine außerirdische Armee bewähren.

Die Wissenschaftler in der Rolle der nervösen Geeks und Anti-Helden liefern einige gelungene Witze und dann wär da noch Rihanna. Die Sängerin von Barbados liefert ihr erstes Film- und allgemein ihr erstes Schauspiel-Debüt ab und schlägt sich dafür richtig gut. Bewusst wollte sie keinen love interest spielen, sondern eine Power-Frau. So lässt sie als Waffenoffizierin Cora Raikes die Raketen starten. Pop-Tänzerin Nicole Scherzinger kann sich für ihre MEN IN BLACK III – Rolle davon ein Scheibchen abschneiden.

Fazit:
BATTLESHIP ist nett anzusehen. Die Action-Komödie hat Sex-Appeal, scharfe Geschütze, zerstörungswütige Aliens und spielt, passend zum Start von TITANIC 3D zur Abwechslung mal auf dem offenen Meer. Die idealisierte Kühnheit der (meist ohne mächtiges Bada-Bumm nach der Reihe sterbenden) Soldaten liefert dem ganzen jedoch einen bitteren Beigeschmack. Die zu Hauf gelungenen Witze und Augenzwinkerer verirren sich mit der Zeit irgendwo zwischen den geschwellten Brüsten der US Marines und der dahinplätschernden Geschichte. Ob die fehlende Präsidenten-Ansprache nun als Plus- oder Minuspunkt gelten soll, darf jeder selbst entscheiden.

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Filmkritik: WRATH OF THE TITANS – Zorn der Titanen (USA 2012)

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Zahn Jahre nach dem heldenhaften Sieg über den monströsen Kraken möchte der Halbgott und alleinerziehende Vater Perseus, Sohn von Zeus, ein beschauliches Leben als Fischer führen. Doch die Götter kämpfen mit den Titanen weiterhin um die Vorherrschaft und bedrohen damit das Leben aller Menschen auf der Erde. Da die Menschheit die Götter kaum mehr verehren, schwindet deren Macht über die eingekerkerten Titanen und ihren grimmigen Anführer Kronos, Vater der schon ewig herrschenden Brüder Zeus, Hades und Poseidon. Die drei hatten das Triumphirat ihres Vaters vor einer Ewigkeit gestürzt. Perseus kann sich seiner Berufung nicht entziehen, als Hades zusammen mit Zeus göttlichem Sohn Ares die Seiten wechselt und mit Kronos intrigiert, um Zeus in eine Falle zu locken. Viel mehr als nur Zeus‘ göttliches Dasein steht auf dem Spiel und Perseus begibt sich gemeinsam mit seinen Gefährten auf eine gefährliche Reise, um seinen Vater zu retten.

REVIEW

Aufruhr in der Unterwelt! Auf ein Neues muss Sohnemann Perseus die Streitigkeiten seines Vaters Zeus austragen und stürzt sich dabei in ein unerwartetes Abenteuer zur Rettung der Menschheit.

Der erste Teil, oft als „Mischmasch der Titanen“ beschrieben, ließ die verschiedensten Kreaturen aufeinander los, welche sich in ebenso unterschiedlichen Mythen und Sagen wiederfinden lassen. Und eben diese Titanen sind nun mächtig angepisst und ebenso zusammengewürfelt und wütend in ZORN DER TITANEN. Und wer wäre das nicht, wenn er wie Kronos, Vater von den Götter-Gebrüdern Zeus, Hades und Poseidon, seinen eigenen drei Söhnen, vor einer Ewigkeit gestürzt und verbannt worden wäre? Engstirnige Mythologie-Fans werden die Zusammenführung der verschiedenen Figuren wohl nicht begrüßen. Action- und Fantasy-Fans werden sich umso mehr freuen über diesen bunten Haufen an wilden Bestien. Denn auch wenn optisch alles bestens funktioniert, bleibt die Story so staubig und konfus wie der aufgewirbelte Sand beim Dreh auf Teneriffa.

Vom Endgegner soll hier nichts verraten werden, gesagt sei jedoch, dass die Titanen noch nie so zornig waren. Und nie haben sie besser ausgesehen. Die Special-Effekt-Zauberer leisten ganze Arbeit. Angefangen bei der zweiköpfigen Chimäre, die wie ein Meteor vom Himmel fällt und ein ganzes (vorher eigens für die Szenen aufgebautes und liebevoll detailliert eingerichtetes) Fischerdorf niederreißt, sind alle Kreaturen einwandfrei animiert – die 2,60 Meter großen, sechsarmigen Makhai mit doppeltem Körper und schneller Rückhand, die 10 Meter großen Zyklopen, Perseus wunderschöner Pegagus, und viele mehr. Doch trotz der grandiosen Effekte, wirkt der reale, durch ein massives Ganzkörperkostüm erschaffene Minotaurus am gruseligsten und hätte einen weitaus längeren Kampf verdient! Denn neben dem toll ausgewählten, nicht-amerikanischen Schauspielern, sind die Bestien und die Dynamik, welche sie ins Geschehen mit einbringen, das Sehenswerte an dem Film.

Als Versöhnung für die rasante, aber drastisch unoriginelle Geschichte, hat man einen fulminanten, beinahe ausschließlich britischen Cast zusammengestellt, der die schwache Geschichte fast vergessen lässt. Liam Neeson als etwas arroganter und doch warmherziger Zeus, Ralph „Voldemort“ Fiennes als niederträchtiger und im Innersten doch verletzlicher und liebender Hades und Hauptdarsteller Sam Worthington, solide wie immer, als Halbgott Perseus sahen wir alle drei schon in KAMPF DER TITANEN. Sie werden nun durch den exzellenten Charakterdarsteller Bill Nighy und Klassenclown Toby Kebbell einmalig komplettiert. Kebell, den wir als Dreh- und Angelpunkt aus Guy Ritchis ROCK’N’ROLLA kennen, sorgt inmitten der düsteren Kriegsstimmung zwischen den Titanen für feinsinnige Aufheiterung und Schmunzeln. Nighy, als dementer und verstoßener Hephaestos, ist bei den hitzigen Diskussionen mit seiner mechanischen Eule mindestens so unterhaltsam wie sehenswert und lässt – zum Glück für den Film – seinen britischen Charme durchsickern. Der Südamerikaner Édgar Ramírez sorgt als eifersüchtiger Bruder von Perseus für die nötige Leidenschaft, während die königliche Kriegerin Andromeda, gespielt von Rosamunde Pike, als einzige wichtige weibliche Rolle allen Männern die Stirn bieten kann. Doch nicht jeder der Charaktere kann sein Rolle im selben Maße entfalten und so bleiben Ramírez und Pike eher fahl in Erinnerung.

Fazit:
Eine wirre Geschichte, einfallslos und zusammengestückelt, wird vom Regisseur Jonathan Liebesman und seinem nicht-amerikanischen Cast als reißendes Fantasy-Spektakel inszeniert mit Hang zu großen (familiären) Gefühlen. Als heimliche Stars des Films stehen sich Liam Neeson und Ralph Fiennes als gealtertes Brüderpaar gegenüber, dessen Charme sich niemand entziehen kann. Wie schon gesagt, Fans des ersten Teils, sowie jeglicher Fantasy-Action ohne „Mythen-Treue“ werden sich all die feinen Animationen nach dem Kinobesuch gleich nochmal ansehen wollen. Verfechter guter Geschichten sollten ihn maximal auf DVD gucken.

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