Filmkritik: AMERICAN REUNION – American Pie: Das Klassentreffen (USA 2012)

INHALT

Willkommen an der East Great Falls Highschool! Nach über zehn Jahren kehrt die Abschlussklasse von 1999 zum großen Klassentreffen in ihre Heimatstadt zurück. An diesem längst überfälligen Party-Wochenende wird die alte Clique herausfinden, wie sich ihr Leben inzwischen verändert hat. Damals, im Sommer 1999, schlossen vier Jungs aus einer Kleinstadt in Michigan einen Pakt, ihre Unschuld zu verlieren. Inzwischen ist Jim (Jason Biggs) mit Michelle (Alyson Hannigan) verheiratet, Kevin (Thomas Ian Nicholas) und Vicky (Tara Reid) haben sich getrennt. Auch die Beziehung von Oz (Chris Klein) und Heather (Mena Suvari) ist gescheitert und Stiflers Mom (Jennifer Coolidge) lässt wieder ihre Reize spielen. Auch Stifler (Seann William Scott) ist noch ganz der Alte. Die Jugendfreunde sind vielleicht erwachsen geworden – aber ihre Hormone spielen noch genauso verrückt wie damals…

REVIEW

Sex, Sex, Sex. Viele Jahre sind vergangen, doch es dreht sich noch immer (fast) alles um das Eine…

Die schlüpfrige und äußerst unterhaltsame Komödie AMERICAN PIE aus dem Jahr 1999 gehört heute zu den Klassikern der Teenie-Komödie. Daraufhin folgten noch AMERICAN PIE 2 und AMERICAN PIE – THE WEDDING mit dem (halbwegs) selben Cast und die Trilogie spielte insgesamt 755 Millionen US-Dollar ein. Da ist es nur naheliegend, dass zwei bewährte Comedy-Regisseure, wie das Duo Jon Hurwitz und Hayden Schlossberg (HAROLD & KUMAR 1 + 2), selbst riesige Fans der Filme sind. Sie können ihr Glück kaum fassen, dass sie sowohl Drehbuch, als auch Regie, für einen weiteren Teil übernehmen dürfen: AMERICAN PIE – DAS KLASSENTREFFEN. Warum dieses „Jubiläum“ nach 13 Jahren veranstalten wird, könnte sich so mancher Fragen. Jedoch sparen sich die beiden Schreiber eine Erklärung hierfür und lassen die Chaos-Clique in gewohnter Manier aufeinander los.

13 Jahre sind also vergangen seit dem legendären Highschool-Abschluss und 9 Jahre ist es her, dass Jim (Jason Biggs) und Michelle (Alyson Hannigan) geheiratet haben und die postpubertäre Partie vorerst ein letztes Mal gemeinsam auf der Leinwand zu sehen war. Und tatsächlich schaffen es die beiden Regisseure, sowie die ausführenden Produzenten Biggs und Sean William Scott (Stifler), all die alten Kollegen für eine Fortsetzung in den Film zu packen – um der alten Zeiten Willen. Es könnte natürlich auch daran liegen, dass niemand der Ehemaligen eine steile Karriere, geschweige denn manche gar keine Karriere vorweisen können und so eine aufgewärmte, todsichere Sache gerne gesehen ist. Doch abseits dieser Vermutung ist dies die große Stärke des Films – die vielen bekannten Gesichter. Die die Fans über Jahre hinweg begleitenden Charaktere tragen die Komödie. Ohne sie wäre das unoriginelle Drehbuch, welches hauptsächlich voller Nostalgie auf jedes einzelne Missgeschick ihrer Jugendjahre zurückblickt, keinen Film wert. Da dies aber Jim, Stifler, Michelle, Finch (Eddy Thomas), Kevin (Thomas Ian Nicholas), Oz (Chris Kline), Jims Dad (Eugene Levy) und Stiflers Mom (Jennifer Coolidge) sind, ist dem Lustspiel auch einiges Gutes abzugewinnen. Beispielsweise wenn Stiffler versucht mit seinem TWILIGHT-Wissen viel zu junge Mädchen klar zu machen.

Neben den heute wie damals sexbesessenen Männern und Frauen geraten Vicky (Tara Reid) und Heather (Mena Suvari) etwas in den Hintergrund und können sich keine selbstständige Rolle aufbauen. Sie werden bloß von den alten Gefühlen und Gelüsten anderen Charakteren ein Stück weit mitgetragen. Auf dem Rest der damaligen Clique basiert die Story. Bestehend aus Jim, der seit der Geburt seines 2-jährigen Sohnes an einer Sexflaute leidet, Finch, heute ein abenteurlicher Weltenumsegler, Kevin, mittlerweile in einer neuen Beziehung, und Oz, erfolgreicher Nachrichtenmoderator und verheiratet mit einem nymphomanischen Supermodel. Bewusst haben sie Stifler nicht zum Klassentreffen eingeladen, ist er doch bekannt für seine brachiale Art. Er wäre aber nicht der Partykönig, wenn er seinen Weg nicht irgendwie zum feierlichen Aufeinandertreffen finden würde. Und wäre er nicht der selbe geblieben – beruflich erfolglos und voller Feuer für Party und Sexabenteuer – dann würde das Klassentreffen um einiges anständiger verlaufen. Dank seiner überschwänglichen Euphorie jedoch kommt es zu jeder Menge Zwischenfällte und Grausligkeiten. So beschert er uns eine mächtige Darmentleerung in die Kühlbox und ein nicht nur in Stifflers Kopf (negativ) zurückbleibender Oral-Verkehr. Neben einigen gelungenen Witzen zum herzhaft mitlachen, folgen immer wieder Passagen zum Fremdschämen, peinliches unter der Gürtellinie, sowie etliche weichgespülte Szenen und Konflikte einer zweitklassigen Liebeskomödie, die das ganze passend, aber äußert unoriginell abrunden.

Fazit:
AMERICAN PIE – DAS KLASSENTREFFEN ist mit seinen 112 Minuten eindeutig der Längste Teil dieser Reihe, da die beiden Fans und Regisseure Hurwitz und Schlossberg den Film nicht ohne Referenz auf beinahe alles, was in Jim & Co.s Leben so schief ging, drehen wollten. Die beiden machten einen Film für alle, die mit AMERICAN PIE groß geworden, aber doch noch nicht so richtig erwachsen sind. Neben der trostlos simplen Geschichte ohne jegliche Überraschungen und für zart Beseitete durchaus schwer verdauuliche „Witze“ punktet die Chaos-Partie mit bekannten Gesichtern und dem selben Charme, wie schon vor 13 Jahren. Auch wenn das Drehbuch in Nostalgie versinkt, ist es doch sehr unterhaltsam. Und im Ernst – was wäre ein AMERICAN PIE – Klassentreffen ohne der typischen Masturbationsszene mit Konfrontationsgefahr.

P.S.: Beim Anspann sitzen bleiben!

AMERICAN REUNION auf DVD-Forum.at

AMERICAN REUNION auf IMDb.com

Media Monday #43

Media Monday #43

1. Der beste Film mit Forest Whitaker ist für mich der wahnsinnig spannende und wie ich finde, toll konzipierte und aufgebaute „Panic Room“, obwohl so ziemlich jeder zweite Film von ihm auf meiner Watch-List steht – sind ja einige neuere und ältere hochwertige Klassiker dabei! Und falls jemand interessiert, was sein absolut schlechtester Film ist: „Battlefield Earth“ – AUF KEINEN FALL ANSEHEN!!!

2. Gore Verbinski hat mit „Rango“ seine beste Regiearbeit abgelegt, weil der Film für eine Animation außergewöhnlich fein ausgearbeitet scheint und jede Menge Humor, Charakter und Spannung beinhaltet.

3. Der beste Film mit Amy Adams ist für mich „The Fighter“.

4. Nach einem durchzechten Wochenende findet man sich oftmals Sonntagnachmittags auf der Couch wieder. Welchen Film würdet ihr für diesen Fall empfehlen? Gute Blockbuster! Bekannte Schauspieler, viel Action, etwas Spannung, viel zum Lachen – so wie beispielsweise „Star Trek“ von J.J. Abrams.

5. Der schlechteste Film, den Martin Scorsese je gemacht hat, ist mir nicht bekannt.

6. Von den zahlreichen Buch-Reihen, die im Laufe der letzten Jahre verfilmt worden sind, gefällt mir „The Lord of the Rings“ am besten, denn wir alle wissen, dass Peter Jackson mit seiner epischen Leinwand-Umsetzung neue Maßstäbe gesetzt hat.

7. Mein zuletzt gesehener Film war „Sherlock Holmes: A Game of Shadows“ und der war wirklich richtig gut, weil ich mir gar nichts erwartet hab, da ich den ersten Teil (und da freute ich mich riesig drauf) wirklich lahm fand. Doch dieser war richtig schön mit spannender Story und dem Dreamteam Jude Law und Robert Downey Jr.. Guy Ritchis Stil und Humor kommt hier in jeder einzelnen Szene zum Tragen und machte die (eh schon so oft gesehenen) Action-Szenen und Verfolgungsjagden zu einem visuellen Erlebnis!

 eureandreawoeger