Filmkritik: G.I. JOE – RETALIATION – Die Abrechnung (USA/CAN 2013)

INHALT

Unter neuer Führung durch den legendären Roadblock (Dwayne „The Rock“ Johnson“) sind die Elite-Spezialisten rund um Captain Duke (Channing Tatum) nicht nur der feindlichen Organisation Cobra weiter auf der Spur, sie müssen sich plötzlich mit einer ganz neuen Bedrohung auseinandersetzen. Denn die eigene Regierung wurde von Cobras Anführer Zartan (Arnold Vosloo), der sich mit Storm Shadow (Byung-hun Lee) und Firefly (Ray Stevenson) starke Unterstützung gesichert hat, infiltriert und startet nun eine erbarmungslose Jagd auf die Elitetruppe. Vor dem weißen Haus weht das Banner des Bösen. Bloß mit der knallharten Unterstützung einer schwer bewaffneten Legende stellt sich die Elite-Einheit dem Kampf um die Zukunft der Menschheit. General Joe Colton (Bruce Willis) ist bereit mit Cobra abzurechnen.

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REVIEW

Wenn die Hassenfeld Brothers, besser bekannt als Spielzeug-Firma Hasbro, im Vorspann eines Film auftauchen, steht das nicht unbedingt für dessen herausragende Qualität. Nachdem bereits in den 80er Jahren Zeichentrickserien, basierend auf Kinderspielzeugen, produziert wurden – G.I. JOE, THE TRANSFORMERS und EIN KLEINES PONY – und damit Kultstatus erreichten, markierte 2007 der erste TRANSFORMERS-Kinofilm den Anfang einer neuen Ära: Filme zum Spielzeug. Während dieser erste Versuch noch charmant Kindheitserinnerungen in atemberaubenden CGI-Sequenzen auf die Leinwand brachte, ging es danach rasch bergab. BATTLESHIP („Schiffchen Versenken“) und die beiden TRANSFORMERS-Fortsetzungen enttäuschten mit der Abwesenheit von dramaturgischer Souveränität, fader Charaktere und der eintönigen Zurschaustellung aneinandergereihter, mittelprächtiger Effekte. G.I. JOE – DIE RACHE VON COBRA aus dem Jahr 2009 bot hingegen mit seiner witzigen und sorglosen Art zumindest hohen Unterhaltungswert.

G.I. JOE – DIE ABRECHNUNG, Hasbros siebter Streicht, holt mit Dwayne „The Rock“ Johnson und Bruce Willis große Action-Stars mit ins Boot. Während der Streifen als charmantes Buddy-Movie anfängt und eine Bromance zwischen Channing Tatum, dem sympathischen Star aus dem ersten Teil, und The Rock, abgeklärter Star dieser Fortsetzung, wie aus dem Bilderbuch inszeniert, ist The Rock schon bald auf sich allein gestellt und da beginnen die Schwierigkeiten – nicht nur in der Filmwelt, auch im Kinosessel! Zu viel gut gemeinte Schenkelklopfer vom Präsidenten, ganz offensichtlich kein Joseph Gordon-Levitt mehr unter der Maske des Herrschers, hyperstilisierte Bösewichte, ein nichtssagender Kurzauftritt von RZA und der tragische Antiheld, der auch noch zur Einsicht gelangt. Doch alles wird minimalisiert auf wenige Augenblicke, gerade genug, um den ZuseherInnen eine Intention zu vermitteln und im besten Fall eine kurze Emotion zu erzeugen. Spannung bleibt außen vor, die Charaktere flach und Bruce Willis hat dafür, dass er als General Joe Colton Namensgeber der G.I. Joe-Elitetruppe ist, eindeutig zu wenig Screen-Time; aber immerhin eine Küche voller Waffen.

John M. Chu, Regisseur zweier Teile der tanzenden STEP UP-Reihe und der Doku JUSTIN BIEBER: NEVER SAY NEVER, hat sich der Fortsetzung der Kinderspielzeug-Verfilmung angenommen und sie im Stil seiner bisherigen Filme gedreht. Ästhetisch überdachte Action-Szenen, welche lose zusammengehalten werden von einer Alibi-Geschichte. Komplett schief gegangen ist das in G.I. JOE – DIE ABRECHNUNG zwar nicht, jedoch können packende Beats und eine absolut fesselnde, ewig andauernde Samurai-Kampfszene in den Höhen und an den Felshängen eines Bergmassivs nicht über die hinterherhinkende Story und die zahlreichen Logikfehler des Films hinwegretten. Eigentlich hätte der Action-Streifen schon 2012 in die Kinos kommen sollen, doch aufgrund der banalen Geschichte wollte man vermutlich mit einer nachträglichen 3D-Konvertierung zumindest den Actionszenen „Tiefgang“ verleihen.

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Fazit:
G.I. JOE – DIE ABRECHNUNG ist in seinen Action-Szenen unterhaltsam, in seinen dramatischen Momenten peinlich und die Witze sind mal zum laut Lachen, mal zum leise Weinen. Da Bruce Willis mit seiner Coolness und einige fein inszenierte Action-Szenen über logistische und spannungstechnische Probleme hinwegtäuschen können, werden Fans aller Hasbro-Kinderspielzeug-Verfilmungen auch dieses Werk mit Eifer bis zum Schluss verfolgen. Alle anderen nicht.

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