Filmkritik – Retrospektive: WARGAMES (USA 1983)

INHALT

Im Jahr 1983, während des Kalten Krieges, simulieren die amerikanischen Streitkräfte einen Angriff auf die USA, um festzustellen, ob die diensthabenden Offiziere im Ernstfall die Raketen auch abschießen würden. Dies tun jedoch 22% aller getesteten Angestellten in den Raketensilos nicht, woraufhin der Präsident dazu überredet wird, den menschlichen Faktor zu eliminieren. Der neu entwickelte, lernfähige NORAD-Rechner WOPR (War Operation Plan Response) übernimmt ab nun die Verantwortung.

Zur selben Zeit ist der computerbegeisterte Teenager David (Matthew Broderick) dabei sich in das System eines Spielherstellers zu hacken, um neue Spiele ausprobieren zu können. Er kann in ein vielversprechendes System eindringen, jedoch ist dies jenes von WOPR, der mittlerweile das US-amerikanische Nuklearwaffenarsenal steuert. Nicht wissend startet David das „Spiel“ „Weltweiter Thermonuklearer Krieg“, woraufhin sich die Streitkräfte mit einem (simulierten?) dritten Weltkrieg konfrontiert sehen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt…

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REVIEW

Als WARGAMES 1983, also vor knapp 30 Jahren, in den Kinos lief, sahen sich viele Menschen tagtäglich mit ihrer Angst vor dem dritten Weltkrieg konfroniert. Grund dafür war der Kalte Krieg – die unaufhaltsame Aufstockung des Waffenarsenals der USA und der Sowjetunion. Gepaart mit dem stetigen Aufkommen erster Heim-PCs und neuer Computertechnologie ergibt dies ein wunderbares Science-Fiction-Konzept, dachten sich Lawrence Lasker und Walter F. Parks. Denn was passiert, wenn die Sicherheit der Welt in die Hände einer Maschine gerät, die nicht zwischen Realität und Wirklichkeit unterscheiden kann und ohne zu zögern Milliarden Menschen opfern würde, um ein „Spiel“ zu gewinnen? Dieser Frage geht WARGAMES auf die Spur und änderte in den 80er Jahren vermutlich die Sicht so mancher auf die immer wichtiger werdende Elektronik.

John Badhams WARGAMES hat zahlreiche Löcher in der Story. Beispielsweise kommt keiner auf die Idee, die Maschine abzuschalten, was eventuell einen Versuch wert gewesen wäre. Doch abseits mancher Schwachstellen und Vorhersehbarkeiten in der Handlung und den Charakteren, bleibt die Prämisse der fehleranfälligen Maschine kräftig und auch heute noch angsteinflößend. Der Antikriegs-Thriller steuert letzten Endes auf seine endgültige Aussage zu, und die gilt heute, wie schon vor 30 Jahren. Erleichtert euch mit Maschinen das Leben, aber lasst sie nicht euer Denken und Lenken ersetzen. In Zeiten von Cyber-Terrorismus, Facebook und Datenraub im großen Stil scheint es mehr denn je erforderlich zu sein sich der zerstörerischen Kraft weltweiter Vernetzung bewusst zu werden.

Ein ausgesprochen junger Matthew Broderick übernimmt die Hauptrolle des Computerfreunds David. Liebenswert und mit viel Energie spielt er die Rolle des verplanten Jungen, der mit unüberlegten Aktionen vielleicht Weltkrieg Nummer 3 ausgelöst hat. Ihm zur Seite steht die kecke Ally Sheedy, seine Freundin Jennifer. In ihrer jugendlichen Naivität versuchen die beiden noch ihre Untat zu vertuschen, als schon Kriegswarnungen auf allen Fernsehsendern laufen. Doch dann erliegt Matthew seinem Drang alles wieder ins Reine zu bringen und er will den todgeglaubten Professor Stephen Falken aufsuchen. Dieser hat Joshua, heute als WOPR bekannt, programmiert. Denn es muss möglich sein, die Maschine lernen zu lassen, dass Krieg keine Lösung ist, um zu gewinnen.

Fazit:
WARGAMES ist ein spannender Thriller, der es versteht die Mensch-Maschinen-Problematik vom Alltag zu einem globalen Problem zu erheben. Die Mentalität und Anspannung der Menschen während dem Kalten Krieg vermischt sich mit Freude und Staunen über neue Technik, und führt letzten Endes zu einer wichtigen und allgemeingültigen Lektion: Menschen sind zwar fehlerhaft, doch Maschinen sind es aus dem selben Grund ebenso.

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