Filmkritik: 96 Hours – TAKEN 2 (2012)

dreistern

INHALT

Eineinhalb Jahre ist es her, dass der pensionierte CIA-Agent Bryan Mills (Liam Neeson) seine Tochter Kim (Maggie Grace) aus den Fängen brutaler albanischer Mädchenhändler gerettet hat. Inzwischen lebt er zurückgezogen und nimmt nur noch selten Aufträge als Leibwächter an, so wie den eines Scheichs in Istanbul. Als ihn seine Frau Lenore (Famke Janssen) und Kim in der Weltmetropole besuchen, wird das Familienidyll erneut schlagartig zerstört: Mills und Lenore werden gekidnappt. Der Vater eines damals von Mills ermordeten Albaners sinnt auf Rache. Doch er hat sich mit dem falschen Gegner angelegt. Mit Hilfe seiner ganz besonderen Fähigkeiten setzt Mills alles daran, sich und seine Frau aus der Gewalt ihrer Peiniger zu befreien. Dabei ist er dieses Mal auch auf die Hilfe einer ganz bestimmten Person angewiesen – Kim, die nun in die Fußstapfen ihres Vaters treten muss..

REVIEW

Egal, ob als Wolfsexperte, Zeus oder Ex-Knacki. Liam Neeson ist bad ass. Das wissen wir aber spätestens schon seit 96 HOURS und auch in der Fortsetzung 96 HOURS – TAKEN 2 hat er nichts von seinem unerschöpflichen CIA-Charme verloren.

Luc Besson versteht es wie kein zweiter rasante und spannende Filme zu drehen. Von seinen TAXI-Filmen, über Hollywood-Spektakel wie DAS FÜNFTE ELEMENTE, bis hin zu GHETTOGANZ – er schreibt, dreht und produziert gerne abenteuerliche Action, die auch meist einen realtiv hohen Unterhaltungswert besitzen. In 96 HOURS – TAKEN 2 fungiert er einmal mehr als Produzent und gemeinsam mit Robert Mark Kamen wieder als Autor. Auch wenn es, so wie im ersten Teil, zahlreiche Stellen gibt, an denen geübte Filmfreunde sich kopfschüttelnd denken, wie denn das nun wieder möglich sein hätte sollen, haben Luc Bessons und Regisseur Oliver Megaton – die beiden arbeiteten schon vorher gemeinsam an COLOMBIANA und TRANSPORTER 3 – ihren ersten gemeinsamen, sehenswerten Film abgeliefert. Denn so wie schon im ersten Teil der Agenten-Action funktioniert auch 96 HOURS – TAKEN 2 nicht deswegen so gut, weil die Story realistisch verkauft wird, sondern weil sie Spaß macht. Und weil man aus dem Staunen nicht mehr herauskommt, welchen Trick Bryan Mills aus seiner langjährigen CIA-Erfahrung nun als nächstes ausgräbt.

Liam Neeson hat eine Vorliebe für kämpferische und clevere Rollen. Diese Vorliebe zeichnet sich spätestens seit 96 HOURS ab, der 2008 in unseren Kinos lief. Zuvor glaubte er noch als Bösewicht in BATMAN BEGINS die Welt durchschaut zu haben, hatte aber den Superhelden nicht auf der Rechnung. Bei den Arbeiten an den Kampfszenen des Films hatte er wohl Blut geleckt und konnte der Rolle des pensionierten CIA-Agenten Bryan Mills in 96 HOURS nicht widerstehen. Immer ein Ass im Ärmel, ein Mini-Handy in der Socke und einen kühlen Kopf. Bryan hält sich präzise an sein Jahrzehnte lang antrainiertes Wissen, denn bei einer Geiselnahme zählt jede Sekunde. In KAMPF- und ZORN DER TITANEN mimt er Göttervater Zeus, in BATTLESHIP den Vater der Heldenfreundin. Und was wäre besser geeignet als die Rolle des Hannibal in A-TEAM. Denn wer hat immer einen Plan? Richtig, Hannibal. Während er in 72 HOURS – THE NEXT THREE DAYS noch Russell Crowe Tipps gab für seinen Gefängnisausbruch, ist er in THE GREY wieder ein Fall von abenteuerlicher Alleinunterhaltung als Wolfsexperte inmitten eines Rudels menschenfressender Wölfe. Liam Neeson versteht es seine Charaktere auf den Punkt zu bringen und ihnen bei banalen Geschichten dasjenige Leben einzuhauchen, dass der jeweilige Film nötig hat.

Maggie Grace und Famke Janssen sind auch dieses Mal wieder dabei. Doch hier sind einige Änderungen zu bemerken, denn Bryan Mills Beziehung zu seiner Tochter Kim ist enger den je und auch die Ex Leonore scheint ihm wieder zugetan zu sein. Töchterchen Kim ist zu einer toughen Frau herangereift, die sich auf den Spuren ihres Vaters befindet. Das beweist sie spätestens, als sie die erste Handgranate aus dem Fenster wirft. Ihre Rolle wird hervorragend eingesetzt, um das Blatt zu wenden und aus dem Opfer des ersten Teils einen Sidekick des zweiten zu machen. Auch in 69 HOURS – TAKEN 2 bekommt sie wieder präzise Anweisungen von ihrem Vater, die sie bravourös meistert, unterstützt von einem hervorragendem Soundtrack. Ihr neuer Freund sorgt im Kinosaal dann aber eher für Gelächter, denn verspricht Bryan in der einen Szenen noch ihm nicht hinterher zu spionieren, lugt er eine Sekunde später schon durch dessen Fenster.

Istanbul spielt, so wie Paris im ersten Teil, eine wichtige Rolle. Die traumhafte Kulisse wird eingesetzt und ausgenutz, sei es bei Verfolgungsjagden auf den Dächern oder in den engen Gassen der Metropole. Und nicht nur Familie Mills, auch Murad, Vater der getöteten Entführer aus dem ersten Teil, ist angereist, um etwas zu erledigen – Bryan. Die Rachegelüste sind verständlich, doch die Rolle des Murad, gespielt von einem überzeugenden Rade Serbedzija, bleibt darauf beschränkt.

Fazit:
Liam Neeson als Kampfmaschine, die keine mehr sein möchte und Rade Serbedzija als Rächer, der lieber wieder mit seinen Söhnen zusammen wäre. Wie weit geht man, um seine Familie zu beschützen? Der puristische Plot ist leicht erklärt und die Action geht auch schon bald los und hört erst auf, wenn alles erledigt ist. Neeson ist einmal mehr der kämpferische Alleskönner, der jeden Trick kennt und wieder macht es ziemlichen Spaß, ihm, und diesmal auch seiner Tochter, dabei zuzusehen.

96 HOURS – TAKEN 2 auf DVD-Forum.at

96 HOURS – TAKEN 2 auf IMDb.com

3 Kommentare zu „Filmkritik: 96 Hours – TAKEN 2 (2012)“

  1. Läuft der schon? Ist die erste Kritik, die ich dazu lese. Sehr schön! Mochte den ersten Teil und werde wohl auch beim zweiten reinschauen…

  2. nein, der läuft erst ab 10. und 11. oktober in AUT und GER glaub ich, war bei der pressevorführugn in wien! auf jeden fall genauso kurzweilig wie der erste teil 🙂

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