Filmkritik: NEW YEAR’S EVE – Happy New Year (USA 2011)

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INHALT

Ein fröhliches neues Jahr! Das wünschen sich im neu beginnenden Jahr 2012 Randy, Harry, Laura, Kate, Claire und der Rest der Welt. An diesem speziellen Silvesterabend erleben viele Bürger in New York etwas Besonderes. Sie erfahren Enttäuschungen, bekommen neue Hoffnung, suchen die große Liebe, erwarten ihr erstes Kind oder schmieden andere große Zukunftspläne. In dieser magischen Nacht scheint wirklich alles möglich zu sein. Und gerade als die große Kugel, welche schon seit jeher in New York Neujahr einleitet einer defekten Glühbirne zum Opfer fällt, müssen nicht nur bei der dafür verantwortlichen Claire Morgan einige Änderungen im Denken geschehen, um den Abend zu retten. Welche Weltmetropole wäre dafür besser geeignet als New York – die Stadt der Träume…

REVIEW

Der betagte Schauspieler, Autor, Produzent und Regisseur Gerry Marshall, der schon seit langer Zeit die Meinungen von Fernseh- und Filmfans mit seinen romantischen, sowie komödiantischen Inszenierungen und Drehbüchern spaltet, nahm sich dem Projekt NEW YEAR’S EVE an. Was den Einen zu platt ist, lässt bei Anderen das Herz höher schlagen. Aus der selben Feder stammend wie VALENTINE’S DAY weiß das Publikum genau, was von ihm gefordert wird – jede Menge Taschentücher. Denn bei Katherine Fugates rührenden Kurzgeschichten bleibt kein Auge trocken. Hollywood-Stars, Herzschmerz und jede Menge überzeichneter Liebesstories scheint ihre Prämisse zu lauten. Der Vorteil eines Star-überfluteten Films liegt in seiner Kurzweiligkeit, die sich durch die vielen verschiedenen Episoden ergibt. Doch zwischen all den nichtssagenden Figurenskizzierungen, die offensichtlich bloß Mittel zum Zweck sind, finden sich auch einzelne Charakterperlen. Diese hätten anderswo wohl nie ihre verborgene Stimmigkeit herausarbeiten können und verleihen der romantischen Komödie einen besonders charmanten Touch.

All die Hollywood-Stars und -Starletts, von denen jeder und jede einzelne selbst bereits die Hauptrolle in großen Produktionen übernommen hat, lassen sich hier bei weitem nicht an beiden Händen abzählen. Und genau dabei liegt die scheinbare Stärke und Faszination an NEW YEAR’S EVE. Aufgeladen mit so viel Glamour und Assoziationen wie ein einzelner Film kaum tragen kann, lebt beinahe jede Szene vom Image der Stars. Als Fan solcher Häufungen etablierter Darsteller kommt man aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Mit jedem Schauspieler sind Gefühle verbunden. Um dies zu verstärken und so bekömmlich wie möglich zu gestalten, scheint fast jedem und jeder von ihnen der passende Part zugeteilt worden sein. Ihrer Leistung nicht wirklich schmeichelnd, lässt es viele Performances fahl und althergebracht erscheinen.

Josh Duhamel als smarter Bisunesssohn, Til Schweiger als Charme-Experte. Jon Bon Jovi, ein herzenbrechender Schnulzenmusiker will die zickige Katherine Heigel zurückgewinnen. Hally Berry als lieblich traurige Krankenschwester, Sarah Jessica Parker als Schneiderin mit Fokus auf die inneren Werte der Menschen. Der grummelnde Robert De Niro, die charmant zerstreute Hilary Swank, Ashton Kutcher als Taugenichts in Pyjamahosen und Lea Michele – ein Sternchen am Sängerhimmel. Bei all den musikalischen Talenten ist es nur eine Frage der Zeit bis die Musik einsetzt und eine zarte Stimme um Mitternacht, gerade als sich alle Ungereimtheiten in Fröhlichkeit oder Neuanfang auflösen, „Auld Lang Syne“ anstimmt. Das offen ersichtliche Problem, wieso VALENTINE’S DAY und NEW YEAR’S EVE an das britische Episoden-Original ACTUALLY LOVE – TATSÄCHLICH LIEBE nie herankommen werden, liegt in der Natur der Sache. Kitsch kann originell sein, doch nur wenn die Schauspieler keine stilisierten Ikonen ihrer selbst sind, sondern authentische Menschen. Und das kann Hollywood (hier) nicht bieten.

Wer mit einem solchen Star-Aufgebot punkten will und kann, muss siegessicher mit einem Kassenschlager rechnen und keine Kosten und Mühen scheuen, allen noch so banalen Genre-Konventionen gerecht zu werden. Menschen, die über sich hinauswachsen, Familienmitglieder, die einander vergeben. Überwundene Verlusttrauer, unüberwindbare Trennungen und die langersehnte wahre Liebe. Zielsicher trifft Regisseur Marshall hier den richtigen Nerv aller Fans großer Gefühle. Und doch sticht vermutlich gerade deswegen zwischen all der imagegerechten Rollenverteilung jenes Pärchen heraus, dass sich von einer biedernen Performance trennt und Neuland wagt. High School Musical-Sternchen Zac Efron und die bezaubernde Michelle Pfeiffer geben ein ungleiches Paar ab und lassen sich auf keine Kompromisse ein. Pfeiffer als frustrierte Bürodame heuert den knackigen Kurier und Problemlöser Efron an, um ihr beim Abarbeiten einer Wunschliste behilflich zu sein. Entzückend und komisch zugleich geben sie sich einer überraschenden Tour durch New York hin.

Fazit:
Maßgeschneiderte Anzüge, perfekt sitzende Frisuren, herzergreifende Einzelschicksale und große Gefühle – das ist NEW YEAR’S EVE. Alles in einem Film und viel davon. Gerade weil jeder im Publikum weiß, was er zu erwarten hat, kann man die Liebeskomödie entweder wunderbar genießen oder sich zu Tode langweilen. Alle, die sich gerne zurücklehnen und sich wieder einmal eine raffinierte Gefühlsduselei mit herausragender Starbesetzung gönnen möchten, können das ohne schlechtem Gewissen tun. Nur wenige werden sich dem Charme des Films entziehen können. Immerhin steckt nicht nur viel Geld drin, sonder auch viel Liebe und ein paar Ideen für Neujahrsvorsätze.

Filmkritik von NEW YEAR’S EVE auf DVD-Forum.at

NEW YEAR’S EVE auf IMDb.com

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