Filmkritik: DUE DATE – Stichtag (USA 2010)

INHALT

Peter Highman, ein leicht spießiger Businessman und werdender Vater, möchte schnellstmöglich nach L.A. zu seiner hochschwangeren Frau, die in fünf Tagen den Termin für ihr ersters Kind hat. Ein Flug quer über die Vereinigten Staaten trennt ihn noch von seiner großen Liebe. Am Flughafen trifft er jedoch auf den Möchtegern-Schauspieler Ethan, der ihn durch sein nachlässiges und unverantwortliches Auftreten schon bei dem ersten zufälligen Aufeinandertreffen zurecht rasend macht. Ethan hat sich wiederum zum Ziel gesetzt, in Hollywood eine große Schauspielkarriere zu starten und nachdem sie ins selbe Flugzeug gestiegen sind, landen sie durch ein Missverständnis (raten Sie Mal, wer von beiden daran Schuld ist) auf der No-Fly-Liste. Zudem ist auch noch Peters Portemonnaie abgängig und Ethan, der gerade seinen Dad einäschern ließ, möchte nicht alleine sein. So sind sie aufeinander angewiesen und beginnen eine schräge und gefährliche Odyssee quer durch die USA, mit einem masturbierenden Hund im Handgepäck und haufenweise medizinischem Marihuana.

REVIEW

Todd Phillips Filmfiguren haben es wirklich nicht leicht. Der spätestens seit seinem 2009 in den Kinos gewesenen Komödienhit HANGOVER als Meister der Road-Trip-Comedy bekannte Regisseur, Writer und Producer, liefert mit DUE DATE ein halbherzigen Versuch an seinen Hangover-Erfolg anzuschließen. Schon vor zehn Jahren zeigte Phillips sein Händchen für Kult-Komödien, als er das seichte Teenager-Road-Movie ROAD TRIP drehte. Damit stellte er die Weichen für seine odysseusähnlichen Hauptcharaktere, die sich durch alle möglichen Unannehmlichkeiten quälen müssen, was deren Nerven und unsere Lachmuskeln strapaziert. Damals war es noch eine nette Story, für Hangover hat er jedoch zu einem durchdachten Drehbuch gegriffen und einen Überraschungshit gelandet. Dass DUE DATE diesen Film nicht übertreffen kann, ist weniger überraschend.

Leave Your Comfort Zone.

Die Idee ist keine neue. Durchschnittstyp trifft Extrovertierten. Sie müssen sich zusammenschließen, um ihr Ziel zu erreichen, wobei ihnen nicht genug Steine in den Weg gelegt werden können und sie eine Hassliebe zueinander entwickeln. Im Speziellen bedeutet das: Robert Downey Jr. als dauergenervter Businessman trifft einen (aus medizinischen Gründen) dauerbekifften Zach Galifianakis (der praktisch den gleichen verpeilten Charakter wie auch schon in HANGOVER spielt). Weitere Filmfiguren sind die schöne Dealerin des Vertrauens (Juliette Lewis, welche von Todd Phillips auch sogleich für das HANGOVER-Sequel eingplant wurde), der suspekte beste Freund (ein uninspirierter Jamie Foxx) und die besorgte Ehefrau (Michelle Monaghan, die schon in KISS KISS BANG BANG mit Downey Jr. zu sehen war). Die Darsteller liefern souveräne, wenn auch nicht aufregende Performances. Auch Galifionakis zeigt keine originelle, aber doch witzig anzusehende Charakterdarstellung und spielt wieder einmal mit bärig bärtigem Charme und kindlicher Naivität.

„Get that dog out of my face or I’ll rip it in half.“

Einige Witze des Filmes sind zu aggressiv und niveaulos geraten. Sie sprechen damit vielleicht den bösen oder anspruchslosen Humor einiger unter uns an, aber sicher nicht den Intellekt. Ein Kind wird geschlagen, ein Hund masturbiert, wenn es auch sein Herrchen tut, ein eingeäscherter Mann wird als Kaffee genossen. Neben diesen Witzen, die etwas over-the-top geraten sind, sind aber mindestens so viele gelungene Highlights zu finden. Etwa Ethans seit sechs Jahren bestehende inoffizielle Fanpage its_raining_two_and_a_half_man.com. Nicht nur gegen Ende des Filmes wird zwischen den Witzen stets das Tempo heraugenommen und traurige Geschichten aus der Vergangenheit der beiden Hauptdarsteller eingestreut. Es macht die Charaktere interessanter, aber auch den Film langweiliger. Rund um die melancholischen Mitleidselemente sind sehr viele überzeichnete Comedy- und Slapstickelemente eingestreut und beides glaubwürdig unterzubringen ist eine Kunst, die in diesem Film nicht aufgeht. Eines leidet unter dem anderen.

Fazit:
DUE DATE ist eine komödiantische Odyssee mit vielen Witzen, die nicht sein müssten und vielen, die wirklich gut gesetzt sind. Der Film ist nett anzusehen, wirkt aber mehr wie ein Übergangsprojekt, dass Todd Phillips zwischen HANGOVER und dessen Fortsetzung aus dem Ärmel schüttelt. Der Film hat dementsprechend nichts Originelles zu bieten, doch wer an Phillips Road-Trip-Komödien gefallen gefunden hat, wird sich auch bei dieser gut amüsieren.

DUE DATE auf DVD-Forum.at

DUE DATE auf IMDb.com

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