Filmkritik: BATTLE: LOS ANGELES (USA 2011)

zweistern

INHALT

Marine Staff Sergeant Nantz wollte eigentlich in den Ruhestand gehen, doch seine Pläne werden von der Bombadierung aller großen Küstenstädte der Welt druchkreuzt. Alienschiffe landen zu Tausenden in Wassernähe und verwüsten alles Lebende, was sich ihnen in den Weg stellt. Nantz und seine Männer werden auf eine Mission geschickt, bei der sie Zivilisten aus einer bereits verwahrlosten Polizeistation befreien sollen. Das Gebiet rund um dieses Gebäude wurde jedoch bereits von den kämpferischen Aliens eingenommen. Die Marines-Truppe muss die unschuldige Menschengruppe aus dieser Zone evakuieren, bevor die Air Force eine Bombe auf das Gebiet fallen lässt. Der Kampf gegen die Zeit beginnt.

REVIEW

Böse Aliens, mächtige Explosionen, ein zerbombtes L.A. und jede Menge tote Soldaten. BATTLE: LOS ANGELES verschwendet zu Beginn nicht viel Zeit. Nach einem kurzen Blick auf den unversehenen, goldgelben Strand von Los Angeles mit cooler Partymusik im Hintergrund, geht die Action auch schon los. Heroisches Gehabe von INDEPENDENCE DAY, realistischen Kriegsszenen wie in BLACK HAWK DOWN und die düstere Atmosphäre aus KRIEG DER WELTEN. Die angriffslustigen Alientruppen werden dargestellt wie eine herzlose, irdische Armee, die es mit strategischen Militärzügen zu bekämpfen gilt. Blöd nur, dass sie schon nach wenigen Minuten auch den gesamten Luftraum beherrschen. Da hilft keine US-Army, keine Air Force und schon gar nicht die Regierung, welche sich irgendwo ins unbefallene Landesinnere zurückgezogen hat. Da kann man nur noch auf Aaron Eckhart und seine Marines hoffen.

„We leave no man behind!“

Der amerikanische Originaltitel BATTLE: LOS ANGELES sagt schon alles, was man über den Film wissen muss. Um noch eine globale Komponente in das ganze mit hineinzunehmen, wird bei uns mit WORLD INVASION – BATTLE LOS ANGELES tituliert. Dem Namen macht der Film in der Tat alle Ehre, denn mehr Battle in Los Angeles hätte der Regisseur Jonathan Liebmann nicht hineinpacken können. Liebmann, der sich nach drei weniger beeindruckenden Horrorstreifen, darunter THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE: THE BEGINNING, nun an seinen erstes Actionspektakel wagt, greift dabei auf altbewährte Inszenierungsmuster und Charaktertypen zurück. Viel hat sich der Film wahrlich nicht selbst ausgedacht. Die Einfallslosigkeit zieht sich von der Thematik, dass die Invasoren die Erde ihrer Ressourcen wegen angreifen und deshalb alle Menschen vernichten wollen, über das Design eben jener fiesen Kreaturen, bis hin zu den Charakteren und deren Rollenverteilungen. Ein Stereotyp folgt dem nächsten und doch scheinen ein paar Highlights durch. Nett ausgedachte Waffen und dunkel brummende Raumschiffsantriebe lassen den Film zwischen Kriegsdrama und Actionspektakel hin und her wandern. Zu Beginn wird oft die Handkamera verwendet, um uns noch weiter ins Kriegsgeballer hineinzuziehen. Doch bei den raschen Kampfabläufen und vielen Schüssen wäre eine ruhigere Kameraführung etwas angenehmer und übersichtlicher gewesen. Liebmann bemüht sich um eine packende Story. Die erste Hälfte lässt einen kaum durchatmen, so viel gibt es für die Aliens in Los Angeles zu zerstören und auszurotten. Doch dann reißt der Spannungsbogen ab und kann einen bis zum Schluss nicht mehr so richtig fesseln. Wer jedoch viel Wert auf die mitreißenden Special Effects legt und wenig auf die lahme Story, der hat bei BATTLE: LOS ANGELES einen bombenmäßigen Spaß.

„We are getting colonized!“

Selbst beim Cast wird auf Altbewährtes zurückgegriffen. Auch wenn Aaron Eckhart in diesem Kriegs- und Alieninvasions-Blockbuster seine erste actiongeprägte Hauptrolle ergattert, die er beispielweise in THE DARK KNIGHT als zweischneidiger Two-Face unter Christopher Nolans Regie beweisen durfte. In dem weltenumfassenden L.A.-Gefecht geht er jedoch zwischen einem biederen Schwarz-Weiß-Schema und den herkömmlichen Kriegsparolen unter. Bridget Moynahan, welche schon neben Will Smith in I, ROBOT und Nicolas Cage in LORD OF WAR eine nichtssagende Blockbuster-Nebenrolle mimte, übernimmt diesen Part auch hier. Und wenn schon einfallslos, dann aber richtig: Michelle Rodriguez macht, was sie immer macht. Cool sein. Diesmal mutiert sie von einer toughen Air-Force-Pilotin zur kämpferischen Soldatin, so wie wir es von ihr kennen. Über die gespielten Charaktere erfahren wir nur das Nötigste, um uns so weit einzufühlen, dass wir sie nicht unbedingt sterben sehen wollen. Aber kennen lernen wir sie nicht wirklich.

Fazit:
Ab und an hat man das Gefühl, dass sich BATTLE: LOS ANGELES nicht recht zwischen realistischem Kriegsdrama und knallharter Science-Fiction-Action entscheiden kann. Das hat zur Folge, dass viele dramatische Szenen lächerlich und konstruiert wirken. Anstatt beim Zuseher auf die Tränendrüse zu drücken, provozieren sie Gähnen. Die restliche Zeit fühlt man sich wie in einer Michael Bay meets Roland Emmerich – Apokalypse gelandet, was nicht zwingend einen Nachteil bedeuten muss. Die Welt geht unter und alles fliegt in Luft, heroische Ansprachen werden gehalten und Helden geboren. Gute Leute sterben. Böse Aliens werden mit in den Tod gerissen. Und so lange genug in die Luft fliegt, hat das Zielpublikum auch sicher seine helle Freude am Feuergefecht. Mehr hat BATTLE: L.A. jedoch nicht zu bieten.

BATTLE: LOS ANGELES auf IMDb.com

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